Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht am Anger 10
Im November 2025 beteiligte sich der gesamte Jahrgang 10 an einer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht vor der ehemaligen Synagoge am Anger 10 in Buseck. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Gedenken an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938 sowie das Schicksal der jüdischen Gemeinde in Buseck. Die Schülerinnen und Schüler engagierten sich dabei bewusst für eine kritische Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte und eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur.
Die Klasse 10c gestaltete eine Ansprache und legte Steine mit den Namen der deportierten und ermordeten Busecker Jüdinnen und Juden nieder. Diese Form des Gedenkens orientiert sich an einer jüdischen Erinnerungstradition, bei der beim Besuch eines Grabes Steine als Zeichen des fortdauernden Erinnerns abgelegt werden.
„Wir die Klasse 10a setzten uns intensiv mit historischen Prozessakten auseinander und präsentierten dazu einen eigenen Beitrag.“ sagte eine Schülerin. Grundlage waren Unterlagen zur strafrechtlichen Verfolgung von Busecker Bürgern, die an den Novemberpogromen beteiligt gewesen waren. In diesem Zusammenhang wurde auch an Fanny Krämer erinnert – die einzige überlebende Busecker Jüdin, die im Jahr 1946 Anzeige erstattete.
Begleitend zur Gedenkveranstaltung war in der ehemaligen Synagoge die Ausstellung „Zwischen Recht und Gerechtigkeit“ zu sehen. Sie thematisiert erstmals die juristische Aufarbeitung der Pogrome und macht die Spannungen zwischen formaler Rechtsprechung und moralischer Verantwortung in der Nachkriegszeit deutlich.
Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der lokalen Geschichte auseinandersetzten und Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur übernahmen. „Durch die Prozessakten wurde Geschichte für uns greifbar und persönlich.“ fügte ein Schüler des Jahrgangs 10 abschließend hinzu.
Weitere Informationen finden sich unter:
https://anger10.de